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  • Besteht nach der Vasektomie ein Rekanalisationsrisiko?


    Antwort auf die Frage eines Patienten aus dem Portal ABC-zdrowie:

    Meine Vasektomie liegt 2 Jahre zurück – besteht noch ein Rekanalisationsrisiko?
    MANN, 49 JAHRE, ZAMOŚĆ

    DIE VOLLSTÄNDIGE ANTWORT

    Ja. Aber zum Glück ein sehr kleines.

    Je nach angewandter Methode des Eingriffs kommen Rückfälle häufiger oder seltener vor. 

    Die sogenannte „Rekanalisation“ besteht nicht darin, dass sich die zwei durchtrennten und irgendwie „verstopften“ Enden der „Röhrchen“, durch die die Spermien normalerweise von der „Fabrik“ zum „Lager“ wandern, wieder treffen und zusammenwachsen. 

    Dieses Phänomen hat dynamischen Charakter. 

    Ein Mann produziert nach der Vasektomie (meistens, wenn auch nicht immer) weiterhin gesunde, funktionsfähige Spermien. 

    Sehr bewegliche und in riesiger Zahl – Hunderte Millionen. Jedes normale Spermium trägt an der „Spitze“ seines Kopfes die sogenannten akrosomalen Enzyme (proteolytische = Eiweißstrukturen auflösende). 

    Was sind diese Enzyme? Welche Rolle spielen sie? 

    Diese Enzyme können Gewebe auflösen, damit das Spermium sich ein Löchlein in die „Schale“ der Eizelle, die sogenannte Zona pellucida, „bohren/brennen“ kann. Freigesetzt können diese Enzyme auch andere Gewebestrukturen auflösen. Das ist das Erste. 

    Zweitens: Bei einer so riesigen Zahl von Spermien, die sich frei in jede Richtung bewegen und sehr agil sind – wenn es irgendwo in einem Labyrinth auch nur den kleinsten „Durchgang“ gibt, werden sich welche finden, die den richtigen Weg finden.  

    Zum Glück treffen diese „destruktiven“ Aktivitäten der Spermien auf eine Gegenantwort des Organismus, der „Maurer zur Arbeit schickt“, die „Löcher flicken“ und „Eindringlinge fressen“. Das sind Prozesse der Immunantwort sowie Reparaturprozesse. Meistens überwiegen die Reparaturkräfte die Spermieninvasion. Bei Männern mit besonders starkem Sperma kann es jedoch zeitweise zum Auftreten beweglicher Spermien im Ejakulat kommen. 

    Je nach angewandter Methode kommen Rückfälle häufiger oder seltener vor. 

    Zu den unwirksamsten, mit einer Spermien-Rückfallquote von bis zu 13 % belasteten gehören die alten Methoden: Durchtrennen, Abbinden beider entstandenen Samenleiter-Enden mit Faden und Belassen in einem gemeinsamen Raum. 

    Hier muss erklärt werden, warum. 

    Also: Der Samenleiter ist eine sehr dickwandige „Röhre“ mit einem Durchmesser von 2-4 mm. Das Lumen dieser „Röhre“ hat einen Durchmesser von etwa 0,3-0,5 mm. Die Wand dieses „Röhrchens“ besteht aus lebenden Muskelzellen. Diese Zellen brauchen zum Leben eine Durchblutung, die ihnen Sauerstoff und Nahrung liefert. Wenn man den Samenleiter fest mit einer Ligatur zudrückt – um den Spermienfluss durch das Lumen zu blockieren -, werden auch die sehr feinen Blutgefäße abgedrückt, die die Muskelzellen der Wand versorgen. Die unterernährten Zellen schwinden infolgedessen. Die Wände der abgebundenen Samenleiter-Enden werden dünner, und der einmal geknüpfte, starre Faden drückt sie nicht mehr zusammen. Das Lumen öffnet sich. Wenn dann noch beide Enden des durchtrennten Samenleiters im selben Raum liegen – ist der Weg zum Penis und ins Ejakulat leicht.

    Diese Methoden werden zum Glück immer seltener angewendet. 

    Nach dem Bericht der Amerikanischen Urologischen Gesellschaft ist die Methode mit offenem, aus der Hülle herausgeführtem hodenseitigem Ende und Thermokoagulation des prostataseitigen Samenleiter-Abschnitts am wirksamsten.

     


  • Titanclips besser als Fäden


    Warum gerade Titanclips?

    Welchen Vorteil haben Titanclips gegenüber Fäden?

    Erstens und vor allem: Sie sind leichter anzubringen und verkürzen damit die Dauer des Eingriffs.

    Titanclips werden breit in der Mikrochirurgie und der Gefäßchirurgie eingesetzt. Sie haben ihre Wirksamkeit bewiesen und verursachen keine Komplikationen. Bei einem einzigen chirurgischen Eingriff können sogar mehrere Dutzend Clips verwendet werden, ohne jegliche Nebenwirkungen.

    Natürlich ist in unserer Praxis keine solche Menge an Clips nötig, um eine Vasektomie wirksam durchzuführen 🙂

    Die Clips haben bei Vasektomien die Bewährungsprobe bestanden. Titan, aus dem sie gefertigt sind, ist ein Material, das seit Jahren in der Zahnmedizin, in der Chirurgie allgemein, sogar in Prothesen und künstlichen Herzklappen verwendet wird.

    Titan ist kein ferromagnetisches Metall und „klingelt“ deshalb nicht an den Sicherheitsschleusen am Flughafen. Es stört auch nicht bei einer Computertomografie oder Magnetresonanztomografie.

    Eine Wunde mit Titaneinsatz heilt leichter als eine mit Fäden genähte Wunde und verursacht seltener eine Entzündung. Die Verwendung von Fäden verlängert außerdem die Zeit des Patienten auf dem Operationstisch, was für Patienten mit empfindlichen Nerven nicht sehr angenehm sein kann.

     


  • Tut die Vasektomie weh?


    Wenn Sie sich fragen, ob die Vasektomie wehtut, lade ich Sie ein, den folgenden Text zu lesen.

    „Herr Doktor, tut die Vasektomie weh?“ – das ist eine der am häufigsten gestellten Patientenfragen. Die Vasektomie ist ein mikrochirurgischer Eingriff in lokaler Betäubung – das heißt: Sie TUT NICHT WEH. Zur Betäubung verwenden wir ein Gerät, das das Betäubungsmittel unter Druck injiziert – schon während der Betäubung hören Sie auf, auf Reize im Intimbereich zu reagieren. Wir verwenden keine Nadel, und die Betäubung selbst ist ein schmerzfreier Vorgang.

    Während des Eingriffs können Sie Berührungen und die Handgriffe des Arztes spüren, aber Sie werden keinen Schmerz empfinden. Viele Patienten spüren überhaupt nichts und sind überrascht, wenn schon alles vorbei ist. Wenn Ihre Nerven es erlauben, können Sie einen Blick auf die operierte Region werfen und die Fortschritte des Eingriffs live verfolgen.

    Nach dem Eingriff lässt die Wirkung des Betäubungsmittels recht schnell nach, und Ihre normalen Empfindungen kehren zurück. Sie können dann ein Spannungs- oder Ziehgefühl im Unterbauch haben, aber die meisten Patienten haben keinerlei negative Empfindungen. Wenn Sie sich unwohl fühlen und Zeit zum Durchatmen brauchen, können Sie sich in einen Sessel setzen und in Ruhe zu sich kommen.

    Wenn Sie selbst Auto fahren möchten, sollten Sie vorher einen Kaffee trinken und am besten etwas essen. Zum Glück gibt es in der Nähe unserer Praxis einige gute Restaurants 🙂

    Für einige Tage nach der Vasektomie empfehlen wir eine schonende Lebensweise – ohne Extremsport, übermäßige körperliche Anstrengung oder das Heben schwerer Gegenstände. Ihre Genesung verläuft dann reibungsloser.

    Und was, wenn ich nach dem Eingriff Schmerzen habe? Keine Sorge – Sie erhalten von uns ein Empfehlungspaket, aus dem Sie erfahren, wie Sie bei Schmerzen vorgehen. Denken Sie daran, dass Sie uns mit Fragen oder Problemen immer auch anrufen können.


  • Kryokonservierung des Spermas – statt Refertilisierung


    Kryokonservierung des Spermas – sollte ich meine Spermien für alle Fälle einfrieren?

    Die Kryokonservierung des Spermas ist ein Thema, das von Zeit zu Zeit unter Vasektomie-Patienten aufkommt. Sicher fragt sich ein Teil der Patienten vor der Entscheidung für den Eingriff:

    Was, wenn ich in Zukunft meine Meinung ändere und doch einmal Kinder haben will?

    Was, wenn meine Partnerin, die jetzt keine Kinder will, in Zukunft das Bedürfnis nach einem Kind verspürt?

    Die Entscheidung über das Einfrieren des Spermas spielt eine wichtige Rolle im Entscheidungsprozess über den Eingriff selbst. Wenn Sie selbst darüber nachdenken, lesen Sie diese wenigen Fakten:

    Fakt Nr. 1: Die Kryokonservierung liefert Sperma mit einem um etwa 50 % verringerten Wert gegenüber frischem Sperma. Das liegt daran, dass die Spermien, um einfrierbar zu werden, zunächst chemisch „getrocknet“ werden müssen, wodurch einige von ihnen absterben. Auch das Einfrieren selbst verringert ihre Lebensfähigkeit.

    Fakt Nr. 2: Die Vasektomie macht Sie nicht zeugungsunfähig – nur unfruchtbar. Der Unterschied: Sie produzieren weiterhin vollwertige, befruchtungsfähige Spermien. Wenn Sie sich in Zukunft für Kinder entscheiden, können frische Spermien direkt aus dem Nebenhoden entnommen werden. Sie können im Verfahren der assistierten Reproduktion verwendet werden. Und Sie behalten weiterhin Ihre Vasektomie.

    Fakt Nr. 3: Wenn Sie und Ihre Partnerin doch auf natürlichem Wege ein Kind zeugen möchten, besteht die Möglichkeit einer Refertilisierungs-Operation und der Wiederherstellung der Durchgängigkeit Ihrer Samenleiter. Allerdings hängt die Wirksamkeit der Refertilisierung erstens von vielen Faktoren ab. Einer davon ist die seit dem Eingriff vergangene Zeit. Zweitens muss man nach einer erfolgreichen Refertilisierung und der Zeugung eines Kindes zu den alten Verhütungsmethoden zurückkehren.

    Wenn Sie noch gar keine Kinder haben, überlegen Sie, ob Sie Ihr Sperma einfrieren sollten – für den Fall, dass Sie in Zukunft Ihre Meinung ändern. Wenn Sie schwanken, ob Sie noch Kinder haben möchten, denken Sie ebenfalls über die Sicherung Ihres Spermas nach.

    Besprechen Sie die Sache mit der Familie. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Vater darüber zu sprechen, selbst wenn Sie selbst ein reifer Mann sind. Und fürchten Sie keine Kritik – die Menschen, die Sie für das Gespräch wählen, haben sicher Ihr Wohl im Blick; es lohnt sich, ihre Meinung anzuhören.


  • Die Vasektomie erhöht nicht das Prostatakrebsrisiko


    Die Vasektomie erhöht nicht das Prostatakrebsrisiko

    Erhöht die Vasektomie nicht das Prostatakrebsrisiko? Trotz vieler Studien wurde bislang kein Zusammenhang zwischen der Vasektomie und einem erhöhten Prostatakrebsrisiko dokumentiert. Die Vasektomie erhöht bei Männern auch nicht das Risiko von Herzerkrankungen oder Erkrankungen des Immunsystems.

    Sicher ist jedoch, dass sie die Aufmerksamkeit des Mannes für seinen Gesundheitszustand erhöht. Dadurch führt sie ihn in verdächtig aussehenden Situationen schneller zum Arzt. Da Männer nach der Vasektomie mehr auf ihre Gesundheit achten, lassen sie sich häufiger vorsorglich untersuchen.

    In der Konsequenz bedeutet das, dass bei ihnen mehr Krankheiten entdeckt werden. Oft in einem früheren Stadium als bei jenen Patienten, die nicht gern zum Arzt gehen. Es werden bei ihnen auch mehr Krankheiten erfolgreich behandelt, denn je früher eine Krankheit diagnostiziert und je schneller behandelt wird, desto geringer sind die Kosten für den Organismus des Patienten und desto leichter regeneriert er sich.

    Prostatakrebs ist neben Lungenkrebs die am häufigsten entdeckte Krebsart bei Männern und macht etwa 13 % aller Krebserkrankungen bei Männern aus. Das macht ihn jedoch nicht zum größten Killer – es ist viel leichter, MIT Prostatakrebs zu sterben als AN Prostatakrebs, denn von Natur aus ist er kein besonders aggressiver Krebs; nur 16 % der Männer mit Prostatakrebs sterben an ihm, und die Heilungsstatistiken werden dank neuer, wirksamerer Behandlungsmethoden jedes Jahr günstiger für die Patienten. Natürlich muss ein bereits entdeckter Krebs ständig überwacht und darf nicht sich selbst überlassen werden.

    Worum geht es bei der ganzen Aufregung? Vor über zehn Jahren wurden in Großbritannien Studienergebnisse zum Spiegel von T* (einem Androgen, dem männlichen Geschlechtshormon) bei Männern nach der Vasektomie veröffentlicht, aus denen hervorging, dass sich der Spiegel dieses Hormons bei manchen Männern nach der Vasektomie geringfügig erhöht.

    Zu dieser Zeit wurde ein höherer T-Spiegel als einer der Risikofaktoren für die Entwicklung von Prostatakrebs angegeben. Keine der weiteren Studien hat diesen Zusammenhang jedoch bestätigt.

    * An dieser Stelle wurde der Anfangsbuchstabe des Namens eines allgemein bekannten Hormons mit androgener Wirkung verwendet, das bei jedem gesunden Menschen produziert wird – auch bei Frauen -, und nicht der volle Name, weil die Google-Roboter und auch die polnischen Mitarbeiter dieser Firma meinen, dieser Text werbe für den Kauf eines Medikaments dieses Namens.